
It’s a wrap – das Forschungsforum der österreichischen Fachhochschulen 2026 (FFH 2026) hat dieses Jahr von 15. bis 16. April an der FH CAMPUS 02 stattgefunden. Zwei Tage voller spannender Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte, inspirierender Vorträge und lebendiger Diskussionen liegen hinter uns. Besonders schön war der intensive Austausch mit Forscher*innen aus ganz Österreich sowie die zahlreichen Möglichkeiten zum Netzwerken – und auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt.
Insgesamt waren rund 300 Teilnehmer*innen aus 17 Hochschulen mit dabei und haben 136 praxisnahe Forschungsprojekte aus unterschiedlichsten Bereichen präsentiert. Von Automatisierung und Datenmanagement über Marketing und Innovation bis hin zu Gesundheit und Soziales war alles vertreten.
In diesem Beitrag geben wir euch einen Einblick, was das Forschungsforum der Fachhochschulen eigentlich ausmacht und welche Beiträge dieses Jahr aus dem Department Marketing & Sales gekommen sind.
Das FFH ist eine zentrale Konferenz für angewandte Forschung und Austausch im österreichischen FH-Sektor. Dabei kommen Forscher*innen aus ganz unterschiedlichen Fachhochschulen zusammen, um ihre aktuellen Projekte zu präsentieren und miteinander zu diskutieren. Die konkrete Ausrichtung des Forums wechselt jährlich und wird jeweils von einer anderen Fachhochschule als Gastgeber organisiert.
Im Mittelpunkt steht dabei der Praxisbezug: Die vorgestellten Forschungsarbeiten zeigen, wie wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in konkrete Lösungen für Wirtschaft und Gesellschaft übersetzt werden können.
Gleichzeitig versteht sich das Forum als Treffpunkt für Austausch und Vernetzung. Forschende, Unternehmen und Vertreter*innen aus Politik und Praxis kommen zusammen, um neue Kooperationen anzustoßen und gemeinsam an zukunftsorientierten Lösungen zu arbeiten. Damit wird das FFH zu einer wichtigen Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Anwendung.
Auch das Department Marketing & Sales war beim diesjährigen Forschungsforum mit mehreren spannenden Beiträgen vertreten.
René Hubert Kerschbaumer, Christin Puntigam, Clara Wawrina
In diesem Vortrag ging es darum, warum integrierte Multi-Service-Plattformen für den Alltag, wie sie in Asien bereits erfolgreich genutzt werden, in Europa bislang kaum verbreitet sind. Im Fokus steht die Frage, welche Faktoren die Nutzungsabsicht solcher Plattformen fördern oder hemmen. Die Ergebnisse zeigen, dass vor allem der wahrgenommene Nutzen entscheidend ist. Nutzer*innen akzeptieren sogar eine gewisse Komplexität, wenn die Plattform ihren Alltag spürbar erleichtert und Effizienzvorteile bietet. Besonders wichtig sind dabei ein klarer Mehrwert, die Kompatibilität mit bestehenden Gewohnheiten sowie finanzielle Vorteile, während wahrgenommenes Risiko die Nutzung eher hemmt. Für Unternehmen bedeutet das, dass erfolgreiche Plattformen vor allem konkrete Alltagserleichterungen und integrierte Services bieten müssen.
Celina Pfleger, Dietmar Kappel
Diese Arbeit untersuchte, welche Rolle ein klar definierter Unternehmenszweck („Purpose“) für den Erfolg digitaler Plattformen und Ökosysteme spielt. Die Ergebnisse zeigen, dass Purpose die zentralen Erfolgsfaktoren von Plattformen (also Wertschöpfung, Wertbereitstellung und Werterfassung) positiv beeinflussen kann, beispielsweise durch stärkere Bindung der Nutzer*innen, bessere Stakeholder-Beziehungen und langfristigere Entscheidungen. Besonders wichtig ist dabei, dass der Purpose authentisch umgesetzt und tatsächlich in Prozesse und Strategien integriert wird. Gleichzeitig beeinflussen kulturelle, regulatorische und wettbewerbliche Rahmenbedingungen, wie stark sich Purpose auf den Plattform-Erfolg auswirkt. Insgesamt deutet die Studie darauf hin, dass Purpose ein wichtiger Faktor für die langfristige Nachhaltigkeit und Überlebensfähigkeit digitaler Plattformen sein kann.
Loibl Wilhelm
Die Untersuchung analysiert, welche Fähigkeiten im digitalen Marketing durch den zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz künftig besonders gefragt sind. Dafür wurden über eineinhalb Jahre hinweg monatlich Stellenanzeigen einer österreichischen Jobplattform anhand von 77 definierten Skills ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass technologische Kompetenzen und KI-Kenntnisse immer wichtiger werden, gleichzeitig aber klassische Marketingfähigkeiten wie Markenmanagement, Kommunikation oder Teamfähigkeit weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Zusätzlich wurde versucht, die Stellenanzeigen mithilfe von KI-Modellen automatisch zu analysieren, um neue Anforderungen zu identifizieren. Dabei zeigte sich jedoch, dass die KI die Daten teilweise nicht korrekt einlesen konnte, wodurch fehlerhafte Ergebnisse entstanden. Die Studie verdeutlicht daher sowohl die wachsende Bedeutung technischer Skills als auch die Notwendigkeit, KI-Analysen kritisch zu überprüfen.
Ein besonderes Highlight des diesjährigen Forschungsforums war die Abendveranstaltung im Rahmen von „30 Jahre FH CAMPUS 02“ in der Seifenfabrik. In entspannter Atmosphäre wurde hier noch einmal die Gelegenheit genutzt, über die eigenen Fachgrenzen hinaus ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen. Abseits des offiziellen Programms stand vor allem das persönliche Kennenlernen im Vordergrund – ein gelungener Ausklang, der den interdisziplinären Charakter der Veranstaltung noch einmal unterstrichen hat und vielen Teilnehmenden sicher in Erinnerung bleiben wird.
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